Wissenswertes zur europäischen Eidechsennatter:
dr malpolon

Malpolon monspessulanus [M.m.] (Hermann, 1804)

1) Ursprung von Malpolon

Dank DNA-Analysewurde festgestellt, dass das Ursprungsland der Malpolon Marokko ist. Vor ungefähr 3,5-6 Millionen kam es zur Aufspaltung und es entwickelten sich zwei Arten: M.m. monspessulanus, Westliche Eidechsennatter und M. insignitus, Östliche Eidechsennatter). Eine fragliche Unterart ist Malpolon insignitus fuscus.
Vor 83000-168000 Jahren verbreitete sich Malpolon monspessulanus von Marokko auf die Iberische Halbinsel.malpolon

2) M.m Chromosomensatz:
diploid 2n = 40 Chromosomen.
Davon sind 20 Makro- und 20 Mikrochromosomen.
malpolon

3) Giftmenge:
Giftmenge pro Giftbiss ca. 37mg, was relativ hoch ist im Vergleich zu anderen opisthoglyphen Schlangen.

Giftwirkung:
Lacerta vivipara: 90 Sekunden bis zum Tod nach Biss.
Podarcis muralis: 50 Sekunden bis zum Tod nach Biss.
Ratte: 3 bis 5 Minuten bis zum Tod nach Biss.
In Spanien wurden die letzten Jahren rund 60 Bissunfälle mit M.m gemeldet., wovon nur 10 mit Vergiftungserscheinungen endeten. Bei den 10 Fällen zeigte nur ein Patient Vergiftungserscheinung mittelschwerer Art (Atemnot, Schluckbeschwerden). Der Patient wurde mit Antihistaminika und Kortison behandelt. Nach 48 Stunden klangen die Symptome ab. Das Gift von M.m. hat eine schwache Wirkung auf die meisten Menschen.
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4) Geschlechtsdimorphismus:
Männchen ist adult größer als das Weibchen, Verhältnis = 1,54:1.
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5) Geschlechtsreife:
Nach 3 bis 4 Jahren ist das M.m Männchen geschlechtsreif, das Weibchen nach 4 bis 5 Jahren. Die Begattung dauert um die 10 Minuten und wird mehrfach vollzogen. Die Eiablage findet 19 bis 32 Tagen nach der Kopulation statt, meist Anfang bis Mitte Juli.
Das Weibchen legt im Schnitt 8 bis 9 Eier. Die Durchschnittsgrösse der Eier ist 39,2 x 21,12 mm. Es kommt vor, das mehrere Weibchen dasselbe Versteck zur Eiablage benutzen: So fand man im Süden Galiziens ein Versteck mit 68 Eiern.
Der Schlüpf findet zwischen Anfang und Ende September statt. Die Inkubationszeit beträgt um die 60 Tage.
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7) Sehvermögen:
Menschen werden in der Natur auf eine Distanz von 30 bis 40 Meter erkannt.