Allgemeines zu Malpolon monspessulanus / Europäische Eidechsennatter:

Lebensraum:
Die Eidechsennatter kommt in verschiedenen Biotope vor:  von Flusstälern und lichten Wäldern bis hin zu Hügellandschaften und Gebirgslagen bis 1800 m. Bevorzugt werden aber steinige, mit Büschen bewachsene, Trockenhänge mit vielen Versteckmöglichkeiten. Sie ist ein Kulturfolger, so findet man sie in verwilderten Gärten, Ruinen, an Steinmauern, Ackerlandschaften und sogar in der Nähe von Industriegebiete. Beliebte Verstecke sind Kaninchenbauten.

Lebensraum Lebensraum Lebensraum
Lebensraum Lebensraum Lebensraum
Bilder von Landschaften in denen Malpolon monspessulanus vom Autor gefunden wurden.

Nahrung:
Malpolon monspessulanus ernährt sich bevorzugt von Eidechsen und Kleinsäugetiere (Mäuse, Ratten, junge Kaninchen). Darüber hinaus ist sie auch ophiophag, heißt sie frisst auch andere Schlangen. Kannibalismus kommt aber eher selten vor. Auch kleine Schildkröten sind nicht vor ihr sicher, so gibt es einen Bericht über ein adultes, 140 cm großes Exemplar, welches eine Schildkröte (Panzer 4,5 cm Durchmesser) verschlungen hat. Vögel werden auch gejagt. Junge Eidechsennattern fressen ab und zu auch größere Insekten und Arthropoden.

Nahrung Nahrung Nahrung
Nahrungsspektrum der Eidechsennatter

Fortpflanzung:

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Die Paarung findet zwischen Mai –  Juni statt.
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Eiablage erfolgt zwischen  Juli – August. Das Weibchen legt dann zwischen 4-12 Eier meist ins feuchte Erdreich, Laubhaufen oder Mauerwerke.
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Ende September – Oktober schlüpfen die Jungen.
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Malpolon monspessulanus Weibchen ist Fähig zu Amphigonia retardata.
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Es kann 50 - 60 Tage nach dem Erstgelege  zu einem Zeitgelege kommen.
Eier Paarung

Verhalten:
Die Eidechsennatter ist eine tagaktive, bodenbewohnende, sehr scheue, schreckhafte Schlange. Ständig in Habachtstellung. Sie beobachtet, mit erhobenen Kopf,sehr genau ihr Umfeld und flüchtet bei der geringsten Störung. Ihr Sehvermögen ist für ein Reptil sehr gut, bis auf 10 Meter kann sie Objekte gut erkennen. Das Weibchen ist nie weit von ihrem Versteck entfernt. Die Männchen patrouillieren durch ihr Revier. Einige Männchen leben in kleinen Gruppen von bis zu 4 Tieren zusammen. Es bilden sich „Rudel“, bei denen ein Männchen dann das Alpha-Tier ist.
Malpolon monspessulanus ist eine der wenigen Schlangen die ein Sozialverhalten aufweisen. So bringt das Männchen dem Weibchen Brautgeschenke in Form einer Maus, außerdem bewacht er sie. Bei Gefahr lenkt er die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich, damit sie flüchten kann.


GiftGift:

Malpolon monspessulanus ist eine opisthoglyphe Schlange (sie gehört zu den Trugnattern).
Sie hat  kurze, gefurchte Giftzähne im hinteren Teil des Oberkiefers, durch das das Gift injiziert wird.
Das Gift der Eidechsennatter ist neurotoxisch und wirkt sehr schnell und effektiv bei Eidechsen und Mäusen.
Wird das Gift intravenös einer Maus gespritzt, kommt es zu Lungenblutungen.

Giftzahn Malpolon
Giftzahn Malpolon
Giftzahn Malpolon
Giftzahn Malpolon
Fotos vom Giftzahn einer Malpolon monspessulanus

Statistische Werte LD50:
Malpolon monspessulanus
(Eidechsennatter)
6,50 (i.v.) mg/kg
Boiga dendrophila
(Mangroven Nachtbaumnatter)
4,85 (i.v.) mg/kg
Vipera berus berus
(Kreuzotter)
6,45 (subkutan) mg/kg
Das Gift ist für den Menschen nicht besonders gefährlich. Bis heute wurden keine Todesfälle bekannt. Wohl aber wird von einem Fall berichtet, bei dem es zu einer schweren Vergiftungssymptomatik kam.
Fühlt sich die Eidechsennatter angegriffen, wehrt sie sich mit meist “trockenen” Bissen, das heißt, es wird kein Gift injiziert.
Zu einem Giftbiss kommt es auch recht selten, da die Giftzähne weit hinten im Oberkiefer angeordnet sind. Außerdem, damit genügend Gift in die Wunde gelangt, müsste die Schlange sich regelrecht festbeißen und es "einkauen".

Giftzahn
 
 
Giftzahn Malpolon