Feldherpetologischer Ausflug, auf den Spuren von Vipera aspis [2014]
[ © 2014 Autor: Kay. B.]

Nachdem wir im Mai in Südfrankreich schon einen Blick in die Bestände der dortigen Herpetofauna geworfen hatten, sollte es im Anschluss über Pfingsten ins Burgund und in die Auvergne gehen.
Bei 23 -25 Grad und leicht bewölktem Frühlingswetter, war es angenehm die Umgebung zu durchstreifen, dennoch war häufiges Nutzen von Sonnencreme Pflicht. Insgesamt sichteten wir mehr als ein Dutzend Vipera aspis in allen Größen, darunter mehrere Jungtiere vom Vorjahr. Auch Natrix natrix, Natrix maura, sowie einige Coronella austriaca kreuzten unseren Weg. Allgegenwärtig waren auch Smaragdeidechsen, Mauereidechsen und Blindschleichen beim Sonnen an den Wegrändern.
Eine Forellenzucht stellte sich gleich am ersten Abend als wahres Frosch- und Krötenparadies heraus, konnte jedoch wegen Einzäunung nicht näher untersucht werden. Die Landschaft des Burgund zeichnet sich durch starke Weideviehhaltung der heimischen Charolais Rinder aus. Große Viehweiden, durchbrochen von kleineren Laubwäldern und den typischen Lesesteinmauern und natürlich Weinberge dominieren die Landschaft. Auffällig war der niedrige Insektenbestand in der Nähe der Weinberge. Intensiver Insektizideinsatz?
Die Auvergne bot etwas tristeres Wetter. Leichter Nieselregen und bedeckter Himmel und dann wieder kräftiger Sonnenschein zwangen uns zu häufigem Wechsel der Kleidung. Die vulkanische Herkunft der Gegend ist deutlich zu sehen. Felsformationen und Abbrüche, welche in früherer Zeit als Steinbrüche genutzt wurden, gehören zum Landschaftsbild. Die häufigen größeren Vulkanfelsen wiesen eine grosse Pflanzen- und Tiervielfalt auf. (V. aspis, zahlreiche Insekten, Trockengewächse, Orchideen u. a. Wildblumen)

Zusammenfassung:
Alle V. aspis waren alle gut genährt und ohne sichtbare Narben. Fast alle Tiere waren in der Häutung. Die Vipern nutzten häufig erhöhte Felsreste in der Vegetation zum Sonnen und flüchteten erst bei direkter Annäherung ab ca. 3m. Natrix maura wurde weitab vom nächsten offenen Gewässer gefunden. Einzig ein trockener Entwässerungsgraben an einer Viehweide war in der Nähe. Eine von uns gefundene Schlingnatter mit starkem Zecken- und Milbenbefall befand sich direkt in einem Ameisennest. Zufall oder wurde der Platz von der Schlange aktiv gewählt um die Parasiten loszuwerden? H. viridiflavus konnte leider nicht gesichtet werden.


  • ©2014 Text: Kay B. / Fotos: C.S.

© 2014 Autor: Kay B.