Feldherpetologischer Ausflug ins Languedoc-Roussillon 2014
[ © 2014 Autor: C. S.]

Der Ausflug Ende April führte diesmal in zwei schon bekannte Regionen: Béziers und sein Umland, sowie die Gegend um Nîmes.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Zwei langgehegte Wünsche gingen in Erfüllung. Erstens konnte endlich Coronella girondica entdeckt werden, und zwar gleich mehrfach. Zweitens fanden wir diesmal drei Jungtiere von Malpolon monspessulanus; Schlüpflinge vom letzten Jahr an leicht feuchter Stelle mit Laub im Versteck. Als Krönung folgten dann noch stattliche Exemplare von Timon lepidus und einmal Podarcis liolepis (Béziers).

Rhinechis scalaris:
Häufigste Schlange war wie immer Rhinechis scalaris, die wir in ungeahnter Menge fanden. Bis zu 40 Tiere an einem Tag konnten fotografiert werden. Vom letztjährigen Jungtier bis zum Alttier fanden sich alle Altersstufen. Ein Grossteil der Alttiere besass keine Schwanzspitze mehr; ein Tier hatte sogar den gesamten Schwanz bis kurz vor die Kloake verloren. Fast alle Tiere schienen wohlgenährt, einzelne hatten offensichtlich noch Beute im ausgebeulten Bauch. Die grössten Tiere massen um die 120cm. Fast alle Tiere zeigten sich beissfaul; erst mit steigender Erwärmung im Tagesverlauf fauchten einzelne oder versuchten zu schnappen.

Malpolon monspessulanus
Bei eher kühlem, oft bewölktem Wetter mit Wind hielt sich die Anzahl der gefundenen Malpolon monspessulanus in Grenzen. Die adulten Männchen massen alle um einen Meter, die Weibchen wie üblich deutlich weniger. Männchen über 140cm scheinen weiterhin auch in optimalen Biotopen eine äusserst seltene Erscheinung zu sein. Wie gewohnt bissen die Malpolon-Exemplare kaum zu (Jungtiere gar nicht) und wollten bei sorgsamer Manipulation bloss davonkriechen. Eine Giftwirkung der Bisse war nicht festzustellen. Festhaltebisse müssen durch grobes Fassen oder Festhalten provoziert werden. Die gefundenen Jungtiere lebten im Biotop der Eltern und wurden unter Steinplatten in leicht feuchtem Substrat mit Laub vermischt gefunden. Sie lagen unweit voneinander.

Coronella girondica
Alle Coronella girondica befanden sich im Stadium der Häutung und verhielten sich passiv. Zum Schnappen liessen sie sich nicht bewegen, sondern zogen vor, grosse Mengen übelriechenden Kotes abzusetzen. Warum wir diese Schlange bisher noch nie entdecken konnten, bleibt ein Rätsel.

Als Futtertiere fanden sich im Gebiet zahlreiche Mäuse (Nester, Futterlager aus Mandeln und Nüssen bestehend), Tarentola mauritanica sowie die obenerwähnten Eidechsen plus Podarcis muralis (Nîmes).


  • ©2014 www.malpolon.com

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