Feldherpetologie Südfrankreich Juni 2013
[ © 2013 Autor: C S]

Der zweite herpetologische Ausflug nach Frankreich führte diesmal in die Region von Béziers. Trotz ständig wehendem Mistral liessen sich insgesamt 12  Schlangen (und zwei Mauergecko sowie ein paar Mauereidechsen) zu einem Photoshooting überreden.

Das Gebiet besteht aus Weinbergen, Obstplantagen, Feldern, kleinen Dörfern und weist relativ wenig Verkehr auf, da es touristisch unattraktiv ist. Die Landschaft ist gänzlich vom Menschen gestaltet; ursprüngliche Vegetation, Gewässer etc. existieren nicht mehr. Rhinechis (Elaphe) scalaris und Malpolon monspessulanus scheinen die einzigen Schlangen zu sein, die in dieser Agrarlandschaft existieren können.

Tags erreichten die Temperaturen bei blauem Himmel knapp 22 Grad, während die Nächte kühl und ebenfalls wolkenlos waren. In ganz Frankreich herrschte ungewohnt  kühles, z.T. nasses Frühlingswetter.  Zum Herpen  war das Wetter also angenehm mild mit einem kühlen Wind.

  • Alle Malpolon-Weibchen, die wir antrafen, waren adult, trächtig und in der Häutungsphase.

  • Alle Weibchen lebten in Begleitung ihrer Männchen. Diese waren aber nicht mehr in der Häutung.

  • Mehrfach entdeckten wir Elaphe scalaris  (adult)und Malpolon (adult) in unmittelbarer Nähe.

  • Alle Schlangen, die wir fanden, waren gut bis hervorragend  genährt. Ein extrem gutgenährtes Malpolon-Männchen mass etwa 180cm und wog zwischen zwei und drei Kilogramm. Dieses Tier versuchte als einziges dauernd zu beissen und liess sich nicht beruhigen.

  • Überfahrene Reptilien konnten wir glücklicherweise nicht finden.

  • Juvenile Eidechsennattern entdeckten  wir - wie üblich - keine. Offensichtlich wird der Lebensraum der Adulti gemieden.

  • Weder frische noch leere Gelege im Gebiet.

  • Zweimal konnten wir Kotreste finden, die Haare und Federn enthielten.

  • Im Gebiet trafen wir mehrmals überraschend  auf Rebhühner (oder Rothühner?), nicht aber auf Perleidechsen. Hauptnahrung dürften aber wohl Ratten und Mäuse bilden, wie unzählige aufgenagte Mandeln sowie die zahlreichen Mäusenester unter Blechen, Brettern, Planen etc. beweisen.
N natrix
N natrix

© 2013 Autor: C S