Feldherpetologie Südfrankreich Anfang Mai 2013
[ © 2013 Autor: F B & C S]

Wie letztes Jahr fand auch 2013 ein herpetologischer Ausflug der Malpolon-Freunde nach Südfrankreich in die Region Nîmes statt. Insgesamt waren wir drei Tage am Herpen, bei angenehmen 25 Grad und leicht bewölktem Frühlingswetter. Optimale Bedingungen , denn man kommt beim Suchen doch rasch ins Schwitzen.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: insgesamt mehr als je ein Dutzend Malpolon monspessulanus (M.m.) und Rhinechis scalaris (R.s.), dazu  ein halbes Dutzend Natrix maura (N.m.) sowie eine Natrix natrix helvetica (N.n.). 

Zusammenfassung:

  • Alle Schlangen, (außer zwei: ein junges Malpolon-Weibchen und  ein ebenfalls junges Rhinechis-Weibchen) waren adult oder subadult.
  • Bis auf das erwähnte jährige Weibchen waren alle M.m. Männchen. 80 % von ihnen mit trüben Augen, also vor der Frühlingshäutung. Wir vermuten, dass wir die Tiere kurz vor der Paarungszeit gefunden haben; dieses Jahr wegen der kühlen, nassen Witterung extrem spät.
  • Alle Schlangen waren gut ernährt, abgesehen von zwei subadulte Rhinechis scalaris--Männchen, die leicht unterernährt waren.
  • Als externe Parasiten traten v.a. Milben (M.m) auf. Zecken konnten wir nicht finden –an den Schlangen, an den Hosen etc. schon.
  • Auffällig waren drei adulte, gut genährte Rhinechis scalaris mit Geschwüren (Ursache?). M.m. waren davon nicht betroffen, selbst wenn diese im gleichen Lebensraum angetroffen wurden.
    R scalaris
    Ein halbes Dutzend Rhinechis scalaris hatten tiefe Narben und kaum verheilte Wunden. Besonders ein Exemplar war schwer gezeichnet: Ihm fehlte kurz hinter der Kloake der Schwanz. Außerdem zeigte sich ein großes Geschwür über dem linken Auge sowie tiefe  Narben im Rückenbereich.
    R scalaris
    R sacalris
    R sacalris
  • Malpolon monspessulanus zeigte kaum nennenswerte Narben oder Verletzungen. Wir vermuten, dass der Einsatz des wirkungsvollen Giftes gepaart mit dem stets sehr gezielten Ergreifen der Beute eine erfolgreiche Gegenwehr der Beute und damit Verletzungen unterbindet.
    M monspessulanus
  • Natrix maura wurden sechs Stück gefunden (2 Männchen und 4 Weibchen), alle halbadult, ohne Narben und gut ernährt.
    N maura
  • Nur eine Natrix natrix konnte gefunden werden, ein subadultes, gut genährtes Weibchen.
    N natrix

Zusammenfassend können wir sagen, dass die Population von Malpolon monspessulanus, Rhinechis scalaris und Natrix maura, stabil geblieben ist. Insgesamt machten uns die verschiedenen Schlangen einen gesunden und wohlernährten Eindruck. Einige Treppennattern mit markanten Verletzungen kannten wir schon aus den Vorjahren.

Diese verhielten sich  - entgegen ihrem Ruf -  ausschließlich friedlich und waren kaum zum Fauchen, geschweige denn zum Beißen zu bewegen.
Tendenziell neigten Malpolon-Männchen mit trüben Augen eher zum Schnappen und nervösem Verhalten. Die meisten Tiere beruhigten sich sehr schnell und stellten dann die Beißversuche ein. Ein Verbeißen mit Einkaubewegungen konnte wiederum nicht beobachtet werden. Alle Bisse von Malpolon blieben wie gewohnt ohne Giftwirkung.
Selbstredend, dass alle Schlangen nach maximal fünf Minuten für eine kurze Untersuchung (Allgemeinzustand, Parasiten, Geschlecht, Auffälligkeiten) wieder in ihr Versteck freigelassen wurden. Wir haben keine „Fotosessions“ durchgeführt, bei denen die Schlangen über eine längere Zeit ermüdet oder abgekühlt etc.  werden, um dann tolle „in situ-Bilder“ zu bekommen.
Neben Schlangen wurden noch eine weibliche Smaragdeidechse, einige Mauereidechsen sowie der häufige Mittelmeer-Laubfrosch gesichtet.


  • Feldherpetologie Südfrankreich / Fotos ©2013 www.malpolon.com

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