Eiablage und Inkubation von Malpolon insignitus / monspessulanus
[ © 2012 Autor: C. S.]

1. Ablage der Eier
Trächtige Weibchen häuten sich in der Regel ziemlich exakt zwei Wochen vor der Eiablage (pers. Mitteilung von de Haan). Diese Aussage konnte ich persönlich mehrfach überprüfen und bestätigen. Eine Woche vor der Eiablage beginnen die Weibchen unruhig im Terrarium umherzustreifen und Probegrabungen durchzuführen.
Ein geeigneter Eiablageplatz sollte beheizt (ca. 30 Grad) und dunkel sein, sowie schwach feuchtes Substrat (Sand, Torf, Erde etc.) bieten. Mit der Schnauze und der vordersten Körperschlinge hebt das Weibchen eine schwache Grube aus. Ungeheizte Ablageboxen und Verstecke werden nach eigenen Beobachtungen nicht benutzt, d.h. die Gefahr besteht, dass das Weibchen die Eier an der wärmsten Stelle (Heizplatte, Sonnenplatz) ablegt und das Gelege vertrocknet.
Inkubation
Die Eier messen 2,5 bis 5cm von Pol zu Pol und variieren in der Form von oval bis zu länglich-zylindrisch. Bisweilen tritt eine leichte Körnung auf der Oberfläche auf. Die Keimscheibe lässt sich einfach mittels Durchleuchtung finden und sollte oben oder an den Seiten liegen.
Grundsätzlich werden die Eier im Schutze der Nacht gelegt; danach können die oft sehr erschöpften und ausgemergelt erscheinenden Weibchen sofort problemlos mit kleinen Mäusen oder nackten Ratten gefüttert werden. Kräftige Weibchen legen 4 Wochen später u. U. ein Zweitgelege

Inkubation

2. Inkubation
Über eine erfolgreiche Inkubation ist sowohl in der Literatur als auch im Internet nur spärliche Information zu finden. Bildbelege von Nachzuchten existierten bisher nicht.
C. De Haan empfiehlt die Eier auf feinem Kies zu inkubieren: Der unterste Teil einer 10 – 15cm dicken Kiesschicht wird feucht gehalten. Die Eier liegen dabei in einer Mulde, welche von einer dünnen Steinplatte abgedeckt wird. Diese Steinplatte wird mittels eines Spots erwärmt, wobei kurzzeitig Spitzen (Mittagszeit) bis zu 40 Grad auftreten dürfen. Der Boden der Kiesschicht sollte auf ca. 30 Grad erwärmt werden. Dabei bildet sich nachts durch Kondensation an der Unterseite der Steinplatte Niederschlag. Mit der täglichen Erwärmung sinkt die Luftfeuchte wieder, um abends dann wieder anzusteigen.
Inkubation

Bisherige Versuche (insignitus-Gelege) führten zu nur teilweise erfolgreichen Schlupfraten:

28 -29 Grad Celsius, leicht angefeuchteter Kokostorf, der gegen Ende der Inkubation immer trockener belassen wurde; zwei gesunde Junge, eines mit schwerer Augendeformation

27 Grad (Luftfeuchtigkeit auf Torf ,Kokoshums; dauernd gegen 99%), feuchter Torf und Moos (sehr erfolgreich bei Natrix natrix, Zamenis longissiums); ein Ei verschimmelt, ein Ei entwickelte starke Bauchung nach unten, Schlüpfling gesund

27 Grad auf Sand (Luftfeuchtigkeit auf Sand: Tags ca. 80, nachts 99%), darunter 5cm Kies leicht feucht; ein Junges im Ei verstorben, zwei gesunde Schlüpflinge

30 Grad im Tontopf auf Kies (Luftfeuchtigkeit im Tontopf: Tags zw. 30 und 40 %, nachts 99%) - wobei der Tontopf in einen mit feuchtem Torf gefüllten Übertopf gestellt wurde – mit Spotbestrahlung auf den steinernen Deckel; ein gesundes Junges, eines mit ganz leichten Knicken in der Wirbelsäule und ein schwer deformiertes mit gelähmten hinteren Körperdrittel resultierten.

Interessant ist dabei, dass Eier, die nebeneinander platziert waren und absolut identischen Bedingen unterlagen, weit auseinanderliegende Schlüpftermine hatten (bis zu einer Woche Unterschied). Unbefruchtete Eier können tadellos weiss und prall erscheinen und diesen Zustand bis zu zwei Monaten aufweisen.

Der Schlupf erfolgt nach 58 bis 73 Tagen. Die Jungen verlassen das Ei ein bis zwei Tage nach dem Durchschneiden der Eihülle, meist in der Nacht.
Inkubation

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass sowohl hohe Luftfeuchte und feuchtes Substrat wie auch trockenes Substrat (mit hoher Luftfeuchte verbunden) zu gesunden Jungtiere - aber auch Verlusten - führte.
Die optimalen Inkubationsbedingungen können wohl nur durch feldherpetologische Untersuchungen an Gelegen ermittelt werden.

© 2012 Autor: C. S.